Montag, 30. August 2010

Maevas Tugendhaftigkeit - ein schwerer Makel

Ein Tritt in die Magengrube am Morgen kann nicht schaden. Soeben hat der Hoffmann und Campe Verlag die Veröffentlichung von "MAEVA" abgelehnt. Die Übergänge der einzelnen Kapitel seien nicht nachzuvollziehen, heißt es in der Begründung. "Zudem verspürt der potentielle Leser zu oft den erhobenen Zeigefinger, und sei es in der Betonung von Maevas Tugendhaftigkeit". Tja, tugendhaft darf eine engagierte Weltverbesserin vom Schlage Maevas natürlich nicht sein, dass würde der "potentielle Leser" nicht goutieren.

Dass sich die Protagonistin im letzten Drittel der Geschichte (wie in meinem Exposé erwähnt) von einer sanften Mahnerin zu einer kämpferischen Jeanne d`Arc der Ökologie entwickelt, wurde geflissentlich übersehen. Ach Leute, da vergeht einem schon manchmal die Lust im Umgang mit diesem Literaturbetrieb. Sie verstehen es wirklich dich glauben zu lassen, dass du noch nie einen Griffel in der Hand gehalten hast. Ich werde mein "tugendhaftes" Werk dennoch zu Ende schreiben. Wir werden es ausschließlich im Internet vertreiben, das erscheint mir sinnvoller.

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Das kann doch wieder mal nicht wahr sein! Auf der anderen Seite ist es logisch, dass Lektoren vor dem was sie Tugendhaftigkeit nennen zurück schrecken. Denn ihrer Erfahrung nach verkauft sich am besten, was das genaue Gegenteil darstellt.

Anonym hat gesagt…

Lassen Sie sich davon bitte nicht entmutigen. Mit so einer Haltung graben sich die Verlage auf lange Sicht nur selbst das Wasser ab.

Anonym hat gesagt…

Es tut mir leid, dass das Manuskript von Hoffmann und Campe abgelehnt wurde. Die Kritik scheint mir aber sehr konkret zu sein, was dafür spricht, dass das Manuskript ernsthaft gelesen wurde. Ist die Frage, ob die Kritik nicht auch zumindest zum Teil berechtigt ist. Vielleicht ist Maeva ja tatsächlich zu tugendhaft beschrieben worden? Vielleicht ist sie ein zu großer Engel und man nimmt sie dadurch nicht mehr ernst? Das könntest du ja noch mal prüfen ...

Lari

Peter Schrage-Aden hat gesagt…

Wemnn die 16.000 Unterstützer des Projektes jeweils 2 Bücher bestellen ist das doch schon eine kritische Menge für so ein Buch, oder wo liegt die Mindestauflage ?
Ich bestelle jedenfalls auf Verdacht 10 Exemplare.

Grüsse aus dem atombewegten Berlin

Stefan hat gesagt…

Lektoren denken im engen Rahmen von Hauptflüssen. Main-Stream genannt. Es hat mich fast schon gewundert (und zugleich begeistert), daß "Das Tahiti Projekt" in der vorliegenden Form veröffentlicht wurde. Übrigens bestehen einige der erfolgreichsten Bücher aller Zeiten fast ausschließlich aus erhobenen Zeigefingern und lauter tugendhaften Personen :-).

Wenn Maeva erscheint werde ich es verlinken - wie Das Tahiti Projekt auch. Alongside mit meinem 10 Jahre alten Roman Rabenwelt, der ebenfalls in Polynesien angesiedelt ist und aus einem anderen Blickwinkel das gleiche Thema angeht.

Vielleicht könnte man mal ein "Netzwerk Autoren für Nachhaltigkeit" bilden.

Gruß, und Imua, wie man in Hawaii sagt. Go forward!

Stefan T.

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