Samstag, 26. September 2009

Was nun?

Kimberley und Raphael sind zurück aus Tahiti. Ich möchte mich für die großartige Arbeit, die sie vor Ort geleistet haben, recht herzlich bedanken und bin gespannt, auf ihr endgültiges Resümee. Kimberleys Einträge werden mir fehlen. Sie waren nicht nur in der Sache interessant, sie haben mich auch immer wieder amüsiert. Ich mochte die humorvolle, selbstironische Art, in der Kimberley die Widrigkeiten und ihre daraus folgenden Befindlichkeiten geschildert hat...

Was machen wir jetzt mit diesem Blog? Schließen wir ihn ab? Lassen wir ihn als ein in sich geschlossenes Dokument stehen? Oder soll ich etwa alleine im Regen stehen bleiben und weiterhin von den großen Mühen und den kleinen Freuden der Schreibarbeit am Tahiti-Virus berichten? Ein Drittel des Buches ist fertig. Fühlt sich bisher ganz gut an. Vielleicht bringe ich es in aller Stille zu Ende und wir überlegen gemeinsam, welches Faß wir an anderer Stelle aufmachen und mit welchen Inhalten wir es füllen wollen. Wäre schön, wenn sich der eine oder andere dazu äußern würde.

Kommentare:

Andreas hat gesagt…

Keine Frage: Das Blog muss weiter laufen. Das "Making of" vom Tahiti-Virus baut einen Spannungsbogen zum endgültigen Werk und kann und wird viele Suchende im Netz aufmerksam machen.
Auch Kimberley hat garantiert "Nachwehen" und hat hoffentlich Lust uns Ihren weiteren Werdegang und die Fortschritte in der Sache mitzuteilen.
Also bloß nicht nachlassen. Im Gegenteil !

gaby hat gesagt…

Lieber Dirk,
auch mir werden Kimberleys Einträge fehlen. Ich hoffe doch sehr, dass sie noch über die letzten Tage ihrer Reise berichten wird.
Ich würde mich freuen, weiter von dir und deiner Arbeit zu lesen. Es war bisher sehr interessant, Einblicke in deine Arbeit zu bekommen!

Auch wäre es schön, zu erfahren, wie die Arbeit des Tahiti-Projektes weitergeht, ob ein Verleger für die französische Fassung gefunden wurde, ob es demnächst das Buch auf englisch gibt (da hätte ich schon einige Freunde im Auge, denen ich gern die englische Version schenken würde). Wird Roti die Fahrradaktion weitermachen? Werden sich einige von den Menschen auf Tahiti, die sich durch Raphael und Kimberley kennengelernt haben, wieder treffen und vielleicht zusammenarbeiten?

Es wäre schade, wenn dieser blog einfach so enden würde!

Liebe Grüße sendet dir und allen Projektbeteiligten
Gaby

Anonym hat gesagt…

Hallo Dirk und alle Blog-Leser!
Ich denke, dass neben Deiner Etappenberichte beim Schreiben am "Tahiti-Virus" sowohl Nachrichten aus Tahiti (plus Nachbarinseln) über die dortigen Weiterentwicklungen als auch der Fortgang von Kimberleys und Raphaels Uni-Arbeiten interessieren!
Lieben Gruß,
Volker

Anonym hat gesagt…

Lieber Dirk

mich würden die Meinungen der ExpertInnen zu den veschiedenen Vorschlägen interessieren, die Du in Deinem Buch entwickelt hast. Vielleicht kann so etwas eingeflochten werden. Zum Beispiel der Strassenbelag aus Reisschalen, den es jetzt auch in Deutschland geben soll und den ich gern einmal unserem Tiefbauamt empfehlen möchte. Dafür brauchen wir dringend eine Teststrecke. Am Besten in Berlin. Ob man aus den organischen Abfällen auf Tahiti tatsächlich die erforderliche Menge Biogas und Pflanzenöl machen kann, weiß ich nicht, würde mich aber interessieren und ist nicht nur für vergleichbare Inseln inteessant. Ebenso die Wellenkraftwerke. Enercon baut jetzt auch Wasserkraftwerke, vielleicht lassen sie sich für so etwas gewinnen. Das geht mir so durch den Kopf, wenn ich die Berichte lese und dabei meine Bilder aus Tahiti sortiere. Also munter weiter.

Peter Schrage-Aden
Klimaschutzbeauftragter in Steglitz-Zehlendorf

ulla, christian hat gesagt…

Liebe Tahiti Virus Infizierte,
für uns ist es immer schön, von Euren Gedanken und Taten zu lesen. Es stärkt die Zuversicht für unser kleines Labor wie die Welt von morgen aussehen könnte.
Nun sind wir ein Jahr auf Neuseeland. Vor 5 Monaten haben wir 100 km nördlich von Auckland in Kaiwaka unseren Platz gefunden. Hier wollen wir ein Beispiel geben für die Einfachheit des heute Machbaren: solare Eigenstromversorgung, eigene Wassergewinnung und naturgenehme Nutzung.
Das Wasser sammeln wir auf unseren Dächern und zum Trinken filtern wir es mit 0,45 tausendstel Millimeter Filtern.
Nach 5 Monaten läuft nun unsere Tischlerei.
Hausstrom und Handmaschinen werden mit Sonnenstrom angetrieben, die 380 V Tischlereimaschinen laufen mit einem brandnew naturöltauglichen 30 PS Dieselgenerator. Diese Vollstromversorgung für Haus und Werkstatt hat uns 4000 € gekostet und läuft bisher störungsfrei ohne black outs wie beim zentralen Versorger.
Unsere Stromversorgung werden wir Stückchen für Stückchen aufpeppen bis der Generator nur noch als Notstromaggregat dient. Nach heutigem Kostenstand (und die Preise sinken!!!) benötigen wir dafür weitere 8000,- € für eine kleine Windmühle, weitere PV Module, eine 48 V 500 Ah Batteriebank und einem 3 Phasen Spannungswandler.
Der normale Kiwi ( Neuseeland ) Haushalt verbraucht 15.000 kWh Strom pro Jahr, fast 4mal so viel wie eine normale Deutsche Familie, vor allem für Heizen und Kühlen. Es sollte uns nicht schwer fallen, in diesem milden mediterranen Neuseeland- Klima kostengünstig Häuser zu bauen, die weder Heizung noch Kühlung benötigen.
Aber vor allem werden wir unsere Trocken-Trenn-Toiletten und wasserlosen Urinale bauen und Urin als wertvollen Dünger nutzen. Scheiße gehört vererdet - wie die Maori sagen - und nicht verwässert. Unser Grauwasser werden wir in Pflanzenbeeten reinigen, …
Zur Zeit haben wir 4 Praktikanten – Studenten für Haus- und Energietechnik – von der Fachhochschule Erfurt bei uns. Wir hoffen, dass 3 Monate Neuseeland genügen die Inkubationszeit entscheidend zu verkürzen und dem Virus Tahiti einen guten Nährboden zu bereiten.
Ulla + Christian
P.S.
Unsere Leseempfehlung: Naomi Klein „Die Schock Strategie“
Man muss seine Gegner kennen.
Wissenswertes über die neoliberale Schlechtmensch Logik.

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